Bad Sachsa, 23. März 2017

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Eine Erfolgsgeschichte feiert Geburtstag

Zehn Jahre „Initiative für zurückgekehrte Flüchtlinge Bad Sachsa“

Familie Sadar mit Karin Hesse-Lehmann

Kinderlachen, Getümmel und gute Gespräche: Das Gemeindehaus platzte am Dienstagabend beim Anstehen am persischen Buffet aus allen Nähten. Denn die „Initiative für zurückgekehrte Flüchtlinge Bad Sachsa“ feierte am Dienstagabend zehnten Geburtstag und setzt sich seit 2006 für Geflüchtete ein. Die Anerkennung als gemeinnütziger Verein erfolgte 2007. Anlässlich des Jubiläums luden die Verantwortlichen des Vereins um Vorsitzende Karin Hesse-Lehmann und die evangelische St. Nikolai-Kirchengemeinde in Bad Sachsa zu einem kulturellen Austausch und zum Feiern des Neujahrs- und Frühlingsfestes „Nouruz“ ein. „Wir sind mit etwa 20 Mitgliedern ein kleiner Verein – aber wir haben in den zehn Jahren unseres Wirkens eine Erfolgsgeschichte geschrieben“, so Hesse-Lehmann, die viele Gäste aus dem Ort, Familien und Paten begrüßen konnte. So sieht der Verein seine Aufgabe darin, mit Geld- und Sachspenden zu unterstützen – aber auch durch Begleitung bei Alltagsangelegenheiten und Problemen. Darüber hinaus wird durch Vorträge und Veranstaltungen der kulturelle Austausch gefördert. Anhand einer Fotopräsentation zeigte die Vorsitzende die bisherigen Einsatzgebiete, in denen der Verein mit Hilfe zahlreicher Sponsoren und Fürsprecher Hilfe zur Selbsthilfe geleistet hat: 2014 bei der Flutkatastrophe in Bosnien, 2015 ebenfalls mit der Übergabe eines Sonographie-Gerätes, Gehhilfen und Rollatoren und 2016 durch eine weitere Unterstützung des dortigen Gesundheitswesens. „Dabei ist Dr. Sabine Radtke der Motor unseres Vereins“, so Hesse-Lehmann, die auch der 2. Vorsitzenden Milanka Scholz herzlich für ihr Engagement dankte. Auch Doris Lesk, Hildegard Jungke und Christel Hoffmann sowie die gute Zusammenarbeit mit Kulturforum, Stadt und Kirche wurden besonders erwähnt.  „Doch nun lassen Sie uns gemeinsam das Neujahrsfest feiern“, schloss die Vorsitzende, bevor sie Najmeh Sadar und ihre Familie für die mit Liebe gedeckte Festtafel und das üppige persische Büffet mit Reisvariationen, gefüllten Auberginen, Fleischbällchen und Nachspeisen. Denn anlässlich des Festes muss das „Haft Sin“ zubereitet werden. Dabei handelt es sich um sieben Elemente, die sich auf Festtafel befinden: Sabzeh (Weizensprossen) für die Munterkeit, Samanou (Pudding aus Weizen) für den Segen, Sir (Knoblauch) für den Schutz, Senjed (Mehlbeere) als Saat des Lebens, Serkeh (Essig) als Symbol für Fröhlichkeit, Sib (Apfel), der Gesundheit ausdrückt und Somagh (Gewürzsumach) als Geschmack des Lebens. Selbst die Dekoration der Tafel für das Iranische Neujahrsfest ist vorgeschrieben. Nicht fehlen dürfen Hyazinthen (Freundschaft), Münzen (Wohlstand), ein Spiegel (Ehrlichkeit), eine Kerze (Feuer), ein bemaltes Ei (Fruchtbarkeit) Goldfische im Wasser (Glück) und ein Glaubensbuch (Weisheit). Noch lange saßen die Gäste bei dem persischen Festmahl zusammen, gingen auf einander zu, lernten sich kennen und führten gute Gespräche. Denn das macht Integration aus.

Infos zum Verein bei Karin Hesse-Lehmann, Tel. 05523/2836. Spenden an die „Initiative für zurückgekehrte Flüchtlinge“, Stadtsparkasse Bad Sachsa, IBAN DE84263514450000013037. 

Foto und Text:Mareike Spillner