Herzberg, 18. April 2017

Nachricht

Vorbereitungskurs auf die MPU bei der Fachstelle für Sucht und Suchtberatung

Keine Bagatelle, sondern ein Delikt

Anna von Wensiersky und Christoph Isermann stellten das Angebot vor

Den Führerschein verloren – für Christoph Isermann von der Fachstelle für Sucht und Suchtberatung in Herzberg klingt das immer ziemlich bagatellisierend. „Es ist ein Entzug der Fahrerlaubnis, also eine Straftat und nicht etwas, das man verliert und wiederfinden muss“, sagt er. Noch dazu kann eine Zeit ohne Führerschein eben auch ein großer Einschnitt im Alltag und im Berufsleben sein.

Als Hürde vor der Neuerteilung der Fahrerlaubnis hat der Gesetzgeber zudem die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) gesetzt, bei der die Fahreignung des Verkehrsteilnehmers überprüft wird, also letztlich dessen Einsicht beurteilt wird. Für die MPU gibt es inzwischen zahlreiche Vorbereitungskurse und jetzt eben auch einen von der Fachstelle für Sucht und Suchtberatung des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Harzer Land.

Christoph Isermann und Präventionerin Anna von Wensiersky sind froh über dieses Angebot, das im Mai, gekoppelt mit der Aktionswoche Alkohol startet. „Es geht um eine Auseinandersetzung mit dem Delikt“, erläutern sie, dazu zählen ein Vorgespräch, Kurseinheiten und ein Nachgespräch. So sollen der Bagatellisierung entgegengewirkt und das Risiko einer Wiederholung minimiert werden.

Die 18 Unterrichtsstunden finden in der Zeit vom 6. bis zum 27. Mai jeweils samstags statt und sind ein kostenpflichtiges Angebot. Näheres zur Fachstelle findet sich im Internet unter www.suchtberatung-herzberg.de.

Christian Dolle