Herzberg, 21. Juni 2017

Nachricht

Aufklären,Stärken,Sensibilisieren

Neue Angebote der Fachstelle für Sucht und Suchtberatung

Sucht hat viele Gesichter

Nicht erst helfen, wenn es akut ist, sondern so früh wie möglich aufklären. Das ist eines der Grundprinzipien für die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Harzer Land. Die Angebote richten sich daher an viele Adressaten und die Methoden sind äußerst vielfältig.

Ganz neue Materialien bietet beispielsweise „Alfred, der grüne Koffer“ der Suchthilfe Essen, der jetzt auch in Herzberg und Umgebung genutzt wird. Er soll dabei helfen, mit Jugendlichen über Cannabis ins Gespräch zu kommen. Konkret geht es dabei unter anderem auch um die Inhaltsstoffe, die eben nicht nur natürlich sind. „Es ist kein Ökozeug“, sagt Präventionerin Anna von Wensiersky entschieden.

Im September werden von der Fachstelle Workshops für Lehrkräfte und Erzieher angeboten, die dazu anleiten, den Koffer einzusetzen, um über Alternativen zum Kiffen zu informieren und die Risikokompetenz bei Jugendlichen ab Klasse 9 zu stärken.

Weiterhin gibt es das Programm „Move“, das ebenfalls der Präventionsarbeit dient und dazu dienen soll, mit Jugendlichen zum Thema Alkohol ins Gespräch zu kommen. Es ist ein bewusst niederschwelliges Angebot, das auf ungezwungene Gesprächssituationen setzt, motiviert und Sozialarbeiter etc. damit vertraut macht, nicht abstinenzorientiert zu wirken, sondern die Entscheidungen den Jugendlichen zu überlassen. Hierzu wird im November im Jugendgästehaus Osterode eine dreitägige Fortbildung von Anna von Wensiersky und Christoph Isermann angeboten.

Grundsätzlich ist es aber möglich, noch viel früher mit Kindern über Sucht oder einfach nur übers Nein-Sagen zu sprechen. Dann geht es nicht konkret um Suchtmittel, sondern vorrangig um eigene Stärken, um Empathie und Achtsamkeit. Genau darauf zielt ein Programm für Grundschulen, das im Harzer Land als Pilotprojekt für zwei Schulen angeboten wird. Diese können sich bewerben, für zwei Jahre teilnehmen, es wird mit Schülern und Eltern einiges erarbeitet und am Ende wird es eine Evaluation geben.

„1000 Schätze“ nennt sich dieses Grundschulprogramm der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen und zielt darauf ab, Kinder in einer Phase, in der sie Lernerfahrungen machen und ihre Persönlichkeit entwickeln, zu stärken und ihre psychosoziale Gesundheit zu fördern. Im Mittelpunkt stehen hier viele Bilder, Lieder, viel Bewegung, also nichts, was die Kinder überfordert.

Weitere Informationen hierzu und zu allen anderen Angeboten der Fachstelle gibt es unter www.suchtberatung-herzberg.de und natürlich auch auf persönliche Nachfrage bei den Mitarbeitenden.

Christian Dolle