Zellerfeld, 4. August 2017

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Die Reformation dauert bis heute an

Eröffnung der Ausstellung „Luther reicht nicht“ in St. Salvatoris

Die Ausstellung ist noch bis Ende September zu sehen

Die evangelische Kirche feiert ihr Luther-Jahr. Auch im Kirchenkreis Harzer Land gibt es vom 1. bis 3. September das große Happening „Danke, Martin!“ in Osterode. Doch Reformation ist nicht nur ein historisches Ereignis, sondern ein bis heute anhaltender Prozess in der Kirche. Das zumindest sagte Superintendent Volkmar Keil bei der Vernissage der Ausstellung „Luther reicht nicht“ in der St. Salvatoris-Kirche in Zellerfeld.

Der Blick auf Luther und seine Taten reicht nicht aus, Kirche müsse immer selbstreflektiert sein und sich mit der Welt, die sich immerhin auch stetig verändert, auseinandersetzen. Ganz besonders gelingt dies durch Kunst. Kunst, die andere Blickwinkel ermöglicht und zum Nachdenken anregt, wie Pastor André Dittmann es ausdrückte. Die in Würzburg entstandene Ausstellung ermöglicht diese Blickwinkel in besonderer Weise, da die Exponate nicht nur ausgestellt, sondern so in die Kirche eingefügt sind, dass der Besucher auf Entdeckungsreise gehen muss.

Dabei ist nicht jedes Kunstwerk sofort zu deuten. Einige erschließen sich aus dem christlichen Kontext sofort, andere provozieren und fordern den Betrachter heraus. Genau das ist gewollt, machten die Architektin Barbara Bauner und Kurator Dr. Jürgen Lenssen deutlich. Es geht nicht um Mythologie, sondern um die Gegenwart. „Gott und Kirche sind es, die uns in der Welt Halt bieten“, stellte Lenssen fest. Luther reicht nicht, denn auch heute müssen wir uns mit der Welt, unserem Weltbild und all den großen Fragen genauso auseinandersetzen wie vor 500 Jahren.

 

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 10. September, täglich von 11 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr in der St. Salvatoris-Kirche in Clausthal-Zellerfeld zu sehen. Mehr zum Luther-Happening „Danke, Martin!“ des Kirchenkreises Harzer Land ist unter www.danke-martin.de zu finden.

Christian Dolle