Osterode, 12. August 2017

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Menschliche Gemeinsamkeiten statt kultureller Unterschiede

In Osterode wurde das Picknick der Kulturen gefeiert

Viele kamen zum Picknick der Kulturen

Als die sogenannte Flüchtlingswelle auf ihrem Höhepunkt war, fanden sich insbesondere in Osterode einige Menschen zusammen, die schnell und oft unbürokratisch halfen. Allen voran die Paten der Initiative „Willkommen in OHA“ beließen es aber nicht bei der ersten Hilfe in Sachen Ämtergänge und Wohnungseinrichtung, sondern hielten mit vielen Flüchtlingsfamilien engen Kontakt und sorgten so für eine enge Vernetzung Einzelner und einiger wichtiger Institutionen, was für echte Integration so wichtig ist.

Die Früchte dieser Arbeit waren am Samstag beim Picknick der Kulturen in der Volkshochschule zu sehen. Dort trafen mehrere hundert Menschen aus Afghanistan, aus Syrien, aus Albanien, aus dem Irak, aus Eritrea, Iran und einigen weiteren Ländern aufeinander, jeder brachte etwas zu essen für ein großes internationales Buffet mit und es wurde ganz ungezwungen gemeinsam gefeiert.

Für die Kinder gab es Puppenspiele der Harzer Puppenbühne und von Gerd Wiedl und für alle viel Musik aus aller Welt von Miamaba, Saskia Tan, Brandy Schuster, dem Chor Parea, der Gale Band, Con Aglio und einigen mehr. Für einen besonderen Höhepunkt sorgten Ehsan Azizyar, Naser Sarwari und Nooragha Rahimi, die nicht nur ihre Landleute, sondern fast alle im Saal zum Tanzen brachten und kulturelle Unterschiede an diesem Tag eindeutig hinter menschlichen Gemeinsamkeiten zurücktreten ließen.

Organisiert war alles von Willkommen in OHA, STArQ für Menschen, dem Jugendring Harzland, Bunt statt Braun, der Volkshochschule, der BBS I, dem DRK, dem Interkulturlabor, der Offenen Gesellschaft und einigen weiteren ehrenamtlichen Helfern. Doch trotz all dieser beteiligten Institutionen, hatte die Veranstaltung keinen belehrenden oder irgendwie ideologischen Beigeschmack, sondern war tatsächlich ein gemütliches Fest, bei dem ausgelassen gefeiert wurde und die Herkunft eine untergeordnete Rolle spielte.

In gewisser Weise zeigte sich hier auch, wie alteingesessene Einwohner und neu hinzukommende Flüchtlinge zusammenwachsen können und wie durch jedes neue Gesicht die Stadt belebt und auch bereichert wird. Das ist den Organisatoren in den vergangenen Jahren geradezu beispiellos gelungen und es gibt in der Stadt eine breite Mehrheit, die Toleranz lebt und Integration ermöglicht. Vor allem aber sind viele nach Osterode gekommen, die sich hier eingliedern möchten, die kulturelle Angebote ihrer neuen Heimat wahrnehmen und die Ideen haben, um sie noch bunter und lebendiger zu machen.

Manchmal braucht es offenbar keine großen politischen Signale, sondern vor allem Menschen, die sich füreinander interessieren und aufeinander zugehen. Das war nicht nur an diesem Wochenende in Osterode zu erleben, sondern vermutlich ebenso am kommenden Wochenende in Bad Lauterberg, wo am Samstag, 19. August, auf dem Kirchplatz der Tag der Nationen gefeiert wird.

Christian Dolle