Bad Lauterberg, 19. August 2017

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Ins Gespräch kommen,kennenlernen,integrieren

2. Tag der Nationen in Bad Lauterberg mit Friedensgebet eröffnet

Friedensgebet

Viele Menschen mussten vor Krieg und Vertreibung fliehen, voller Ungewissheit und Ängste. In Deutschland erwartete sie eine andere Sprache, eine andere Schrift, andere Denkweisen. Und viele fremde Menschen. Doch aus Fremden wurden Freunde – zumindest in Bad Lauterberg. Dank der Flüchtlingshilfe durch den Kinderschutzbund. Und dies sollte am Samstag mit einem großen Fest, dem „Tag der Nationen“, auf dem Kirchparkplatz gefeiert werden. „Halte deine Träume fest – gegen Ausweglosigkeit – lerne sie zu leben. Halte deine Freiheit fest“, erinnerten die Vertreter des christlichen und muslimischen Glaubens, die ein gemeinsames Friedensgebet auf Deutsch und Arabisch sprachen. Sie ließen Texte und Gedanken aus unterschiedlichen Traditionen und Religionen verlauten und riefen dazu auf, an einer Vision einer gerechten und friedvollen Welt festzuhalten.

 

Bürgermeister Dr. Thomas Gans, verkündete: „Viele Menschen wurden hier aufgenommen und konnten ein neues Leben beginnen. Vielen Dank an alle, die dazu beigetragen haben, dass dieses Willkommenheißen so reibungslos funktioniert “ Er wünschte sich, dass dieser Tag der Nationen eine feste Institution der Stadt wird. Dass gelebte Integration und Weltoffenheit  in Bad Lauterberg keine Floskel ist, sondern Tatsache, wurde auch im Anschluss deutlich: Man kam miteinander ins Gespräch, plünderte die internationale Imbissmeile, zu der viele Familien und ihre Paten etwas beigesteuert hatten, hörte den Kindern zu, den gemeinsam mit Martin Hampe fröhliche Lieder sangen, nahm an der Versteigerung der tollen Werke aus dem Kreativzirkel teil und sah sich an den verschiedenen Ständen um. Der Barbiser Autor Hans-Joachim Wildner stellte zudem sein Buch „Ali und die Schneeflocke“ vor. Basteln, Spiele und Kinderschminken bot das Team der Kinderbetreuung des Stadthauses und der Kinderschutzbund an. Außerdem präsentierten sich die Nähstube im Stadthaus und die Fahrradwerkstatt mit dem besonderen „Umdenk-Fahrrad“. Die Johanniter-Unfallhilfe sorgte mit einer Bobby-Car-Bahn für Spaß und Action. Spontan stellte Marcus Warlich aus Barbis noch die Hüpfburg der Harzer Antriebstechnik zur Verfügung, da am Freitag kurzfristig die der Johanniter-Unfallhilfe ausgefallen war. Vertreten waren auch die GSM Training & Integration GmbH Herzberg und die Polizeiinspektion Northeim/Osterode. Eine besondere Ausstellung über das Schicksal der Jesiden gab es im Gemeindehaus zu bestaunen. Tatkräftig unterstützt wurde das Fest zudem durch das THW, die Feuerwehr und die Kliniken Dr. Muschinsky.

 

Auch die Vorsitzende Janka Eckhardt war sehr zufrieden: „Wir wollten mit dem Fest erreichen, dass Berührungsängste abgebaut werden: Dass die Menschen mit einander in Gespräch kommen, sich kennenlernen und eine Hilfe zur Integration geleistet wird.“ Dieses Ziel hat die Flüchtlingshilfe in Bad Lauterberg erreicht. Und wer noch keine Patenschaft für eine Flüchtlingsfamilie übernommen hat – in welcher Stadt auch immer – kann sich gerne erkundigen.

Foto und Text:Mareike Spillner