Osterode, 10. Januar 2017

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Hilfe bei der Integration

Sprachpatenprojekt zog Bilanz und feierte seinen Abschluss

Noch einmal wurde gemeinsam gesungen

Die vergangenen Jahre haben zwei Dinge ganz deutlich gezeigt: Wenn wir uns die Mühe machen, die hier ankommenden Flüchtlinge persönlich kennenzulernen, dann sind die meisten von ihnen eine Bereicherung für unsere Gesellschaft, doch damit dieses Kennenlernen funktioniert, gilt es zunächst einmal, Sprachbarrieren zu überwinden. Neben den offiziellen Sprachkursen ging auch ein von Angela Zölke initiiertes Projekt an den Start, das sich als eine Ergänzung verstand und notwendiges Sprachtraining mit ungezwungenem Beisammensein verband.

Als das Sprachpatenprojekt mit dazugehörigem Lehrbuch und passender App im April 2016 in Osterode vorgestellt wurde, kamen viele Interessierte, von denen einige lange „durchhielten“. Parallel entstanden auch in Dorste, Kalefeld und Clausthal-Zellerfeld Gruppen, in denen das Erlernen der Sprache im Mittelpunkt stand, das gegenseitige Kennenlernen aber ebenso wichtig war. In St. Marien bot sich nun die Gelegenheit, einmal Bilanz zu ziehen, da das durch die Landeskirche finanzierte und durch den Kirchenkreis Harzer Land, namentlich von Flüchtlingssozialarbeiterin Dana Pruss, unterstützte Projekt erst einmal ausläuft. Zum Abschluss wurden noch einmal all jene eingeladen, die sporadisch oder regelmäßig mit dabei waren.

In Spitzenzeiten kamen mehr als 20 Erwachsene und deren Kinder zum Treffen, berichten Zölke und Pruss, einige, die seinerzeit noch nicht den passenden Sprachkurs gefunden hatten, andere, die für jede zusätzliche Hilfe beim Erlernen der deutschen Sprache dankbar waren. Sie lernten mit dem zum Teil selbst angeschafften, zum Teil vom Kirchenkreis zur Verfügung gestellten „Book2“ des Goethe-Verlages und der dazugehörigen Sprachapp für einige Alltagssituationen und bauten so auch Hemmschwellen beim Gang zum Arzt oder zu Schulveranstaltungen ab.

Unterstützt wurden sie von etwa zehn Ehrenamtlichen Sprachpaten sowie als Dolmetscher Behzad und Maliha Djawadi, Abbass Karpasion und ein iranisches Ehepaar. Sie konnten den Flüchtlingen in ihrer Landessprache ein wenig Grammatik und einige Tücken und Fallstricke des Deutschen verdeutlichen. Dadurch bekam das Projekt eher den Charakter einer freundschaftlichen Nachhilfe und wollte ja auch nie mit bestehenden Sprachkursen konkurrieren.

Wie das aussehen kann, war am vergangenen Freitag zwischen Buffet und Keksen zu sehen, wo gemeinsam auf Deutsch gesungen wurde, bevor die Nicht-Muttersprachler via Youtube den anderen die Musik ihres Heimatlandes näherbrachten. Natürlich folgten auch einige Übungen aus dem Buch, im Vordergrund stand dann jedoch der Austausch und für die Kinder das gemeinsame Spielen.

„Das finanzierte Projekt ist jetzt beendet, nicht aber mein Einsatz“, sagte Angela Zölke. Hier seien viele Freundschaften entstanden und sie wolle doch sehen, wie die einzelnen Wege hier in Deutschland nun weiter verlaufen. Zudem, so wandte Dana Pruss ein, sind auch weiterhin weltweit viele Menschen auf der Flucht und niemand könne derzeit sagen, wann einige davon wieder zu uns kommen. Wenn es soweit ist, gibt es im Kirchenkreis Harzer Land jetzt ein paar mehr, die diesen Neuankömmlingen bei der Integration helfen können.

Foto: Christian Dolle