Herzberg, 9. Februar 2018

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Einen Rahmen schaffen, aber flexibel bleiben

Der sogenannte Perspektivprozess stand im Mittelpunkt der Kirchenkreistagssitzung

Der Kirchenkreistagsvorstand mit dem neuen Mitglied Heidrun Gunkel (Mitte)

Bevor die eigentlichen Themen des Kirchenkreises Harzer Land diskutiert werden konnten, musste bei der Kirchenkreistagssitzung am vergangenen Freitag zunächst einmal ein neues Mitglied in den Vorstand gewählt werden. Pastorin Dr. Heidrun Gunkel aus Osterode wurde vorgeschlagen, den Platz von Silvia Köhler einzunehmen, die die Pfarrstelle zum 1. Februar gewechselt hat und dementsprechend aus dem Kirchenkreistag ausschied. Pastorin Gunkel wurde einstimmig gewählt.

Ebenso einstimmig wurde Hans-Herbert Bleicher aus Osterode in den Anlageausschuss gewählt, für den über einen längeren Zeitraum kein weiteres Mitglied gewonnen werden konnte. Auch im Folgenden sollte es vor allem um personelle Entscheidungen gehen, nun allerdings langfristig im Rahmen des sogenannten Perspektivprozesses. Dieser etwas sperrige Begriff steht für den Stellenrahmenplan des Kirchenkreises, der im Zeitraum bis 2022 die Pfarrstellen und weitere Ämter in den einzelnen Regionen neu ordnen und den Gegebenheiten anpassen soll.

Entscheidende Faktoren hier sind Sparvorgaben der Landeskirche und der demografische Wandel in einigen Regionen, die es erfordern, den Kirchenkreis insgesamt zukunftsfähig aufzustellen. Der Perspektivprozess bindet hier alle ein, die mitgestalten wollen und sollen und liefert inzwischen einige relativ klare Ergebnisse.

Diese stellte Pastor Dr. Uwe Brinkmann den Kirchenkreistagsmitgliedern ausreichend detailliert und angenehm kompensiert vor, so dass grob deutlich wurde, was die Gemeinden zwischen Oberharz und Eichsfeld, zwischen Altem Amt und Bäderregion in den kommenden Jahren erwartet. Durch die Diskussion in Regional- und Fachgruppen kamen nun Ergebnisse heraus, die nur noch wenige Rückfragen aufkommen ließen. „Das sind weitestgehend Punktlandungen“, stellte Brinkmann fest und erläuterte dann, dass es hier darum gehe, einen Rahmen aufzustellen, der den Vorgaben entspricht, innerhalb dessen man sich aber frei bewegen könne, so dass einzelne Stellen nach wie vor individuell gestaltet werden können. In der nächsten Sitzung soll dann ein beschlussfähiger Stellenrahmenplan vorgestellt werden.

Superintendent Volkmar Keil dankte den Mitgliedern für die Begleitung dieses Prozesses und drückte seine Freude darüber aus, dass eine solche Arbeit in der Breite öffentlich möglich ist und nicht hinter verschlossenen Türen passieren muss. Weiterhin ging Keil auf die Verabschiedung Pastor Vielhauers in Barbis ein, dessen Vakanzvertretung Pastor Klaus-Wilhelm Depker übernimmt.  Sobald die Stelle wieder besetzt ist, wird Pastor Depker voraussichtlich die Vertretung in Herzberg übernehmen, wo Pastor Sulimma im Mai offiziell in den Ruhestand gehen wird. Eine weitere Vakanz gibt es im Oberharz durch den Weggang Pastorin Köhlers, wobei die Vertretung dort aber lokal von den Pastoren Andrea Siuts und Dr. Heinrich Wajemann geregelt wird.

In Lindau und Bilshausen wurde Pastor Sebastian Habeck ordiniert (wir berichten), der auch im Kirchenkreistag noch einmal willkommen geheißen wurde. Außerdem wurde mit Sabine Schlüter eine neue pädagogische Leiterin des Kindertagesstättenverbandes Harzer Land gefunden. „Wir sind froh, dass Sie da sind“, sagte Keil den beiden „Neuen“.

Neu ist zudem die Zustiftung der St. Jacobi gGmbH und der Westharz gGmbH an das ev. Stift Alt- und Neu-Bethlehem seit Beginn dieses Jahres, was der Superintendent als wichtigen und richtigen Schritt lobte. „Wir haben den Vertrag mit Hin und Her wie bei der GroKo ausgehandelt“, sagte er augenzwinkernd, „aber, ich glaube, mit besserem Ergebnis.“

Christian Dolle