Steina/Eisdorf, 11. März 2018

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Die ersten und die jüngsten Wähler

Wahlsonntag mit vorgezogener Wahlparty im Kirchenkreis Harzer Land

Celine war die allererste Wählerin

Erstwählerin Celine war wohl die erste in allen fünf Landeskirchen Niedersachsens, die ihren Wahlzettel abgab. In Steina wurde die Kirchenvorstandswahl mit einer Wahlparty bereits um kurz nach Mitternacht eröffnet. Jannik, der in Eisdorf gewählt hat, könnte das jüngste Mitglied der Landeskirche sein, das am Wahltag seine Kreuze machte. Kein geringerer als Landesbischof Ralf Meister gratulierte ihm nachträglich zu seinem Geburtstag am Samstag und freute sich, dass die Entscheidung das Wahlalter auf 14 herabzusetzen offenbar die richtige war.

Der Landesbischof war am Sonntag auf Tour durch die Landeskirche und die begann im Kirchenkreis Harzer Land, wo er in Eisdorf und in Nienstedt die Vorstellungsgottesdienste der Konfirmanden besuchte. „Vielleicht ist ja die eine oder der andere unter euch, der sich nach dieser Wahlperiode in sechs Jahren dann auch in den Kirchenvorstand wählen lassen will“, gab er ihnen mit auf den Weg. Dem Fast-noch-Geburtstagskind Jannik erklärte er nach dem Gottesdienst mit Pastor Wolfgang Teicke noch einmal, wie das mit dem Wahlzettel genau funktioniert, auch wenn es eigentlich nicht viel Klärungsbedarf gab.

Etwas mehr Klärung bedarf da vielleicht das, was am Vorabend in der Katharinenkirche in Steina los war. Dort wurden doch in der Kirche tatsächlich Songs wie „Knockin' on Heaven's Door“ und der „Drunken Sailor“ gespielt. Das Duo „Die Kurschatten“ war zu Gast und außer ihnen noch viele Gemeindeglieder, die der Einladung von Pastor Simon Burger und dem noch amtierenden Kirchenvorstand gefolgt waren. „Wir feiern rein“ lautete das Motto, das auch Landessuperintendent Eckhard Gorka begeisterte.

„Die Idee, die Wahl mitten in der Nacht zu eröffnen, ist so skurril, dass ich unbedingt dabei sein wollten“, sagte er und stellte dann fest, dass wir in der Nacht oft besonders empfänglich für Gottes Wort seien, da uns nichts ablenke. Doch im Alltag sei es durchaus normal, wenn sich vieles um andere Dinge dreht, wichtig sei vor allem, dass der Glaube in unserem Leben überhaupt eine Rolle spielt. „Vertraut auf Christus und alles wird gut“, gab er den Gemeindegliedern mit, bevor diese ihre Kreuze auf den Wahlzetteln machten und sich hinter der jungen Celine an der Urne einreihten.

Wenn das so weitergeht, freute sich Simon Burger, hat Steina sogar gute Chancen bei der Challenge „Kirche mit Eis“, bei der die Landeskirche der Gemeinde mit der höchsten Wahlbeteiligung bei den 14- und 15-Jährigen 20 Kilogramm Eis in Aussicht gestellt hat. Aber da hatten die Erstwähler in Eisdorf und Nienstedt ja auch noch nicht losgelegt.

Wie in Eisdorf, Nienstedt und Steina wurde auch in allen anderen Gemeinden des Kirchenkreises Harzer Land an diesem Sonntag ein neuer Kirchenvorstand gewählt. Mit der Wahlbeteiligung waren die meisten Wahlhelfer durchaus zufrieden, auch wenn genaue Zahlen natürlich erst geliefert werden können, nachdem die Wahllokale geschlossen und alle Stimmen ausgezählt sein werden. Damit wird bis zum späten Abend gerechnet, ein weiterer Bericht folgt also.

Christian Dolle