Osterode, 18. Mai 2016

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So kommt der Marienkäfer zu seinen Punkten

Offenes Malen für Kinder und Erwachsene im Gemeindehaus St. Marien

Das Malprojekt in der Osteroder Gemeinde St. Marien macht das Leben definitiv noch ein wenig bunter. Foto: Christian Dolle

Hier taucht ein strahlender Sonnenuntergang eine Landschaft in warmes Orange, dort lädt eine geöffnete Tür zum Hindurchgehen in einen blauen Himmel ein. Und direkt daneben krabbelt ein Marienkäfer über eine grüne Wiese und bekommt nach und nach mehr schwarze Punkte mit dem Pinsel auf den Rücken getupft. Viele Kinder malen erst einmal Dinge, die sie kennen, bevor sich die eigene Fantasie einschaltet und auf der Leinwand ganz eigene Bilder entstehen lässt.

Gerlinde Berg, Tanja Rampold-Kassing und Waltraud Bendix lassen ihnen freien Lauf, helfen nur in einigen technischen Fragen, wie sich beispielsweise Farbe besser mit dem Schwamm auftragen lässt als mit dem Pinsel oder wie sich einige Stellen noch optimieren lassen. Schließlich ist das Malangebot ein komplett freiwilliges, soll Spaß machen und die Begeisterung fürs Malen transportieren.

„Ich habe eigentlich schon immer gemalt und möchte meine künstlerische Ader gerne weitergeben“, sagt Gerlinde Berg über ihre Idee, die sie jetzt im Gemeindehaus St. Marien in die Tat umsetzt. Mit diesem offenen Malen für Kinder fängt es an, einmal im Monat sind Kinder und Jugendliche herzlich dazu eingeladen. Damit, dass gleich zu Beginn knapp 20 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 5 und 15 Jahren kommen, hatte niemand gerechnet. Da mussten erst einmal noch ein paar Staffeleien und auch ein paar weitere Flaschen Wasser mit Fruchtgeschmack, das sich gerade zum Renner unter den jungen Künstlern entwickelt, organisiert werden.

Neben dem Angebot für die Kids wird es auch eines für Erwachsene geben, die sich dann alle 14 Tage donnerstags treffen und ihrer Fantasie Ausdruck verleihen. Denn auch solche lockeren Runden gehören zum Gemeindeleben dazu, sind Gerlinde Berg und ihre Mitmalerinnen überzeugt, sie machen Spaß, stärken die Gemeinschaft und vielleicht entdeckt ja der eine oder andere den Lucas Cranach oder Pablo Picasso in sich. Allerdings – das muss einfach mal gesagt werden – müssen sich die Erwachsenen ganz schön anstrengen, um mit der Kreativität der Kids mithalten zu können.

Christian Dolle, Öffentlichtskeitsbeauftragter des Kirchenkreises Harzer