Kirchenkreis Harzer Land, 14. August 2016

Nachricht

Pilgern von Kirche zu Kirche, Besinnung und Freude

Lange Nächte der offenen Kirchen im Alten Amt und in Hörden

Im Alten Amt wanderten die Teilnehmer der "Langen Nacht der offenen Kirchen" von Gotteshaus zu Gotteshaus. Foto: Mareike Spillner

Sie könnten unterschiedlicher nicht sein und doch haben sie eines gemeinsam: Die auffallend gute Beteiligung. Gleich zwei „Lange Nächte der offenen Kirchen“ fanden an diesem Wochenende im Kirchenkreis Harzer Land statt. Am Freitagabend mit einem bunten Musik- und Unterhaltungsprogramm in der St. Nicolai-Kirche in Hörden und am Samstagabend im Alten Amt – mit Wanderung von Kirche zu Kirche, kurzen Andachten, Besinnung, aber auch Gemeinschaft und viel Freude. In Hörden machten Kindergarten und Grundschule des Ortes den Anfang, im Anschluss begeisterten Musikgruppen aus der Region, wie „Haste Töne?!“ aus Dorste, mit ihrem Können.  Fast alle Stühle in der Kirche waren besetzt, manche Gäste wählten einen Stehplatz – am Büfett, das von 40 Damen aus den Kirchengemeinden gespendet wurde, aber auch vor der Kirche an den Ständen. Jung und Älter feiern gemeinsam ein buntes Kirchenfest. Organisiert wurde dieser besondere Abend mit etwa 400 Besuchern vom Förderverein „Unsere Kirche lebt“ der Kirchengemeinden Elbingerode und Hörden mit Düna, der 2008 gegründet wurde. „Dies war die zweite lange Nacht der Kirche nach sieben Jahren. Und sie soll auch etwas Besonderes bleiben“, erklärt Andrea Lux, Vorsitzende des Fördervereins, dem etwa 60 Mitglieder angehören. Sinn und Zweck ist es, die kirchlichen Aktivitäten zu unterstützen: Sei es durch Veranstaltungen, Projekte oder Anschaffungen, wie zum Beispiel Gesangbücher. „Das nächste Stück ist von Andreas Burani – Auf uns!“, erklärt gerade die Chorleiterin von „Haste Töne?!“. Ja, es kann auch modern zugehen im Gotteshaus. Als nächstes kommt das Vogellied – eine Premiere. Und die Besucher sind begeistert! „Oh, das ist wunderbar – und so erfrischend, dieses Lied in der Kirche zu hören. Die Wände haben gewackelt“, kommentiert die lockere Chorleiterin. Und der lang anhaltende Applaus bestätigt, dass so ein witzig-makabres „Straußigallenlied“ auch in der Kirche ankommt.

Besinnlicher geht es im Alten Amt zu. Um 20 Uhr startete die Lange Nacht der Kirchen mit einer Andacht von Pastor Michael Falk in Westerhof. Anschließend pilgerten die mehr als 100 Teilnehmer weiter zur St. Alexander-Kirche in Willershausen. Die Idee dazu kam Pastor Rolf Wulkop 2002. Er wollte andere Gruppierungen ansprechen, die sonst eher selten in der Kirche sitzen. „Und eine gemeindestiftende Sache unter dem Motto Erleben und Andächtigkeit schaffen. Das Gefühl fördern: Wenn ich in die Kirche gehe, bin ich zu Hause und willkommen“, erklärt Pastor Rolf Wulkop. Für ihn sei wichtig, dass die Besucher mit der Kirche ein Erlebnis verbinden: Sehen, riechen, schmecken. Und diese Idee kommt an, die Lange Nacht der Kirchen werden mit variierten Strecken zwei Mal im Jahr angeboten: „Ich bin heute das erste Mal dabei, weil viele so von der Aktion geschwärmt haben und ich gerne wandere“, erklärt eine Teilnehmerin. Eine Gruppe Jugendlicher ist genauso begeistert: „Wir finden die Nachtwanderung mit Taschenlampen cool. Nächstes Jahr sind wir bestimmt wieder dabei – weil’s Bock macht.“ Und eine andere Dame, die gerade den Blick in den Sonnenuntergang genießt, erklärt: „Ich wollte schon immer mal die Gutskapelle in Oldershausen von innen sehen.“ Genau die ist die nächste Station. Nach einigen Kilometern Wanderstrecke erwartet die Teilnehmer in jeder Kirche oder Kapelle eine kleine Andacht. Thema sind Pflanzen, Blumen und Kräuter aus der Bibel. Prädikantin Gabriele Arneke wünscht allen Wanderern weiterhin gute Gespräche, Momente des Innehaltens und der Gemeinschaft auf ihrem weiteren Weg. Die nächsten Stationen: Düderode, Wiershausen und Sebexen – wo mitten in der Nacht gegen 2 Uhr die Abschlussandacht stattfindet. Eine gelungene Wanderung von Gotteshaus zu Gotteshaus.

 

Mareike Spillner, Öffentlichkeitsbeauftragte des Kirchenkreises Harzer Land