Osterode, 3. September 2016

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Eine Antwort auf unsere Konsumwelt

Benefizkonzert und Jahresempfang des Freundeskreises Rumänienhilfe

Rumänienhilfe
Foto:Christian Dolle

Second Hand-Waren aus Deutschland haben den Lebensstandard in Rumänien in den vergangenen Jahren merklich verbessert. „Ohne das Recycling der Gebrauchsartikel würden wir schnell wieder bedauernswert absacken“, sagt Pastor Gerhard Wagner von der Diakonia in Alba Julia. Zudem würde diese Zweitverwertung Menschen demütiger, umgänglicher und liebenswürdiger machen. Vielleicht, so geht aus seinen Worten an die Freunde von der Rumänienhilfe in Osterode hervor, ist dieses Modell sogar die einzig passende Antwort auf die Marktwirtschaft unserer Konsumwelt und ein Weg, um soziale Unterschiede nicht noch größer werden zu lassen.

Immerhin ist in den 26 vergangenen Jahren nicht nur eine tatkräftige Hilfsorganisation für mittellose Kinder, pflegebedürftige Ältere und Menschen mit Behinderung entstanden, sondern auch eine Gemeinschaft, die als Leuchtturmprojekt angesehen wird. Das betonten beim diesjährigen Jahresempfang und Benefizkonzert am vergangenen Donnerstag in der Schlosskirche St. Jacobi sowohl der Landtagsabgeordnete Karl Heinz Hausmann als auch Superintendent Volkmar Keil. Der Kirchenkreis Harzer Land ist froh, dass durch die enge, gewachsene Verbindung menschenwürdige Pflege in Alba Julia möglich ist, denn das sei auch Kern kirchlicher Arbeit.

Gerhard Wagner selbst konnte an jenem Abend nicht anwesend sein, seine Grüße wurden von Angela Zölke verlesen, ebenso wie der stellvertretende Vorsitzende des Freundeskreises Rumänienhilfe, Karsten Dannenberg, durch Superintendent i.R. Heinrich Lau vertreten wurde. Der bedankte sich für die vielen Spenden, die auch in diesem Jahr dazu führten, dass schon wieder zehn vollbeladene Lkw auf den Weg nach Rumänien geschickt werden konnten. Dank gilt daher natürlich auch allen, die bei den Harz-Weser-Werkstätten und Fairkauf diese logistische Arbeit managen und auch körperlich die vielen Hilfsgüter wuppen.

Statt schwerer körperlicher Arbeit gab es an diesem Abend allerdings weniger Schweres für die Ohren, in diesem Jahr vom Chor „Fugenmasse“ unter der Leitung von Christian Mertens, vom Frauenchor „Satz-Art“ unter der Leitung von Arno Janssen und vom Gemischten Chor des MTGV Eintracht Osterode unter der stellvertretenden Leitung von Peter Wendlandt. Das Repertoire reichte von indianischen Liedern über Stücke von Johannes Brahms und Salomon Jadassohn bis hin zu Songs von Udo Jürgens. Dass all das zusammen passte, lag zum einen an der Qualität der Sängerinnen und Sänger, zum anderen aber auch an einer abwechslungsreichen Veranstaltung, die wieder einmal deutlich machte, wieviel Freude Hilfe für Bedürftige und ein großzügiges Geben machen kann.

 

Weitere Spenden sind natürlich willkommen und werden wie gewohnt am Rollberg 11 angenommen. Gebrauchte Kleidung, Schulranzen, Pflege-Hilfsmittel. Rollstühle und Fahrräder werden wie immer gesucht, besonders aber auch große, stabile Kartons, um all die Güter verpacken und verladen zu können. Auch das Spendenkonto des Kirchenkreisamtes Osterode (IBAN: DE76263510150004023958) bei der Sparkasse Osterode, bei dem als Vermerk „Rumänienhilfe“ angegeben werden sollte, gibt es weiterhin.

 

Christian Dolle